Gips

Zahlen und Fakten des Bundesamts für Landestopografie swisstopo zum Bedarf und zur Versorgungssituation

Der Rohstoff Gips spielt in der Schweiz vorwiegend in der Bauindustrie eine wichtige Rolle. Ein Viertel des inländischen Verbrauchs wird in der Schweiz produziert. Der Rest wird importiert, überwiegend als fertige Produkte wie zum Beispiel Gipsplatten.

Das Bundesamt für Landestopografie swisstopo hat im Jahr 2024 einen Grundlagebericht zum Rohstoff Gips in Auftrag gegeben, der eine Situationsanalyse der Versorgungssituation der Schweiz liefert.

zu den Beteiligten

Auf dieser Website werden die Kerninhalte des Berichts in anschaulicher Weise präsentiert.

Gipsbericht 2024

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Die Bedeutung von Gips als Rohstoff

Gips wird mengenmässig hauptsächlich in der Bauindustrie verwendet ‒ in Form von Gipsplatten, Baugips oder zur Abbindeverzögerung beim Zement. Daneben findet Gips auch in der Landwirtschaft und Umwelttechnik, in diversen industriellen Prozessen, Kunst und Handwerk und in der Medizin Verwendung.


Im Bauwerk Schweiz wurden in den letzten Jahren rund 750'000 Tonnen Gips pro Jahr verbaut (Durchschnitt 2018‒2022).

Von der Rohstoffgewinnung zum Produkt (Panel)

Von der Rohstoffgewinnung zum Produkt

Von der Rohstoffgewinnung zum Produkt

In der Schweiz wird Gips (CaSO₄·2H₂O) heute im Tagebau gewonnen. Ein Teil des gebrochenen Gipses geht direkt in die Zementproduktion. Der übrige Gips wird gemahlen und dann gebrannt und dadurch dehydriert. Es entsteht ein Gips-Halbhydrat (CaSO₄·1/2H₂O), welches durch die Zugabe von Wasser zu einem Gipsbrei und somit beliebig formbar wird.


Es werden verschiedene Produkte gefertigt: Baugips, Gipsplatten, spezifische Bauteile, oder Spezialgipse für diverse weitere Anwendungen.

Einsatzbereiche (Panel)

Einsatzbereiche

Einsatzbereiche

Gips wird vorwiegend in der Bauindustrie eingesetzt, zum Beispiel in Form von Gipsplatten, Putz oder Mörtel. Im Zement ist Gips als Abbindeverzögerer ein fundamentaler Zusatzstoff und macht rund 5% der Zementmischung aus.


In der Landwirtschaft und Umwelttechnik wird Gips für die Aufwertung oder Sanierung von Böden, zur Wasserreinigung oder als Düngemittel eingesetzt. Weiter kommt Gips in diversen industriellen Prozessen zum Einsatz, wie zum Beispiel in der Papierherstellung, der Pharma- und Keramikindustrie. Auch in Kunst und Handwerk sowie in der Medizin findet Gips Verwendung.

Rohstoffvorkommen, Abbau- und Produktionsstandorte (Panel)

Rohstoffvorkommen, Abbau- und Produktionsstandorte

Rohstoffvorkommen, Abbau- und Produktionsstandorte

Gips ist ein weit verbreitetes Mineral in unterschiedlichen Sedimentgesteinen. Für die Gipsproduktion sind nur möglichst reine Gipsgesteine interessant. Diese Vorkommen sind in der Schweiz nur lokal zu finden, hauptsächlich im Jura, in den Voralpen und in den Alpen. Sie sind oft von Anhydrit und anderen Mineralien begleitet, welche das Gipsgestein durchwachsen und so die Gipsqualität beeinträchtigen.


In der Schweiz wird Gips an vier Standorten abgebaut. In sechs Werken werden Gipsprodukte hergestellt. Spezialgipse, für die Gipsvorkommen von sehr grosser Reinheit nötig sind, werden importiert.

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Von der Rohstoffgewinnung zum Produkt (Panel)

Von der Rohstoffgewinnung zum Produkt

Von der Rohstoffgewinnung zum Produkt

In der Schweiz wird Gips (CaSO₄·2H₂O) heute im Tagebau gewonnen. Ein Teil des gebrochenen Gipses geht direkt in die Zementproduktion. Der übrige Gips wird gemahlen und dann gebrannt und dadurch dehydriert. Es entsteht ein Gips-Halbhydrat (CaSO₄·1/2H₂O), welches durch die Zugabe von Wasser zu einem Gipsbrei und somit beliebig formbar wird.


Es werden verschiedene Produkte gefertigt: Baugips, Gipsplatten, spezifische Bauteile, oder Spezialgipse für diverse weitere Anwendungen.

Einsatzbereiche (Panel)

Einsatzbereiche

Einsatzbereiche

Gips wird vorwiegend in der Bauindustrie eingesetzt, zum Beispiel in Form von Gipsplatten, Putz oder Mörtel. Im Zement ist Gips als Abbindeverzögerer ein fundamentaler Zusatzstoff und macht rund 5% der Zementmischung aus.


In der Landwirtschaft und Umwelttechnik wird Gips für die Aufwertung oder Sanierung von Böden, zur Wasserreinigung oder als Düngemittel eingesetzt. Weiter kommt Gips in diversen industriellen Prozessen zum Einsatz, wie zum Beispiel in der Papierherstellung, der Pharma- und Keramikindustrie. Auch in Kunst und Handwerk sowie in der Medizin findet Gips Verwendung.

Rohstoffvorkommen, Abbau- und Produktionsstandorte (Panel)

Rohstoffvorkommen, Abbau- und Produktionsstandorte

Rohstoffvorkommen, Abbau- und Produktionsstandorte

Gips ist ein weit verbreitetes Mineral in unterschiedlichen Sedimentgesteinen. Für die Gipsproduktion sind nur möglichst reine Gipsgesteine interessant. Diese Vorkommen sind in der Schweiz nur lokal zu finden, hauptsächlich im Jura, in den Voralpen und in den Alpen. Sie sind oft von Anhydrit und anderen Mineralien begleitet, welche das Gipsgestein durchwachsen und so die Gipsqualität beeinträchtigen.


In der Schweiz wird Gips an vier Standorten abgebaut. In sechs Werken werden Gipsprodukte hergestellt. Spezialgipse, für die Gipsvorkommen von sehr grosser Reinheit nötig sind, werden importiert.

Materialflüsse

Die Schweiz verbrauchte in den vergangenen Jahren rund 750’000 Tonnen Gips pro Jahr. Rund ein Viertel davon stammte aus inländischer Produktion. Drei Viertel der benötigten Gipsmengen wurden importiert.

Von den rund 750’000 Tonnen Gips pro Jahr wurden 49% in Form von Gipsplatten, 27% als Baugips (Putz, Mörtel usw.) und rund 24% in Zement gebunden eingesetzt (Durchschnitt 2018‒2022).
Rund ein Viertel des Verbrauchs stammte aus inländischer Produktion. Das Recycling von Gipsplatten deckt weniger als 1% des inländischen Verbrauchs.


Der Import von Gips und Gipsprodukten erfolgte hauptsächlich aus den Nachbarländern, grösstenteils aus Deutschland, und deckte drei Viertel der benötigten Gipsmengen. In den vergangenen fünfzehn Jahren stiegen die Importe kontinuierlich an. Dabei nahm vor allem der Import von Gipsplatten zu. Dies ist auf hohe Produktionskosten in der Schweiz zurückzuführen.


Die Mengen von exportiertem Gips und Gipsprodukten fallen gering aus.

Ansätze zum Umgang mit Ressourcen

Natürliche Ressourcen sind endlich und sollen bestmöglich geschont werden. Negativen Auswirkungen von Abbau auf Natur, Landschaft und die lokale Bevölkerung sind auf ein Minimum zu reduzieren. Durch eine optimale Nutzung der inländischen Quellen und Materialflüsse von Gips kann der Abhängigkeit vom Ausland entgegengewirkt werden.

Gipsabbau unter Tage? (Panel)

Gipsabbau unter Tage?

Bestehende oder potenzielle Abbaustandorte stehen oft in Konflikt mit anderen Nutzungsinteressen. Im Zusammenhang mit dem Abbau von Gips bestehen die Interessenkonflikte insbesondere mit Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Lärmschutz, Wald, Bevölkerung sowie lokalen oder regionalen wirtschaftlichen Interessen wie Bau- und Gewerbezonen oder Tourismus.


Durch die Verlagerung von Abbauaktivitäten unter Tage können landschaftliche und weitere Auswirkungen minimiert werden. In der Schweiz gab es in der Vergangenheit verschiedene Abbaustellen unter Tage. Aktuell wird Gips in der Schweiz nur im Tagebau gewonnen ‒ dies vor allem aus Gründen der geologischen Lage der Gipsvorkommen, Hangstabilität und Wirtschaftlichkeit.


Da in der Schweiz der grössere Teil des verbrauchten Gipses importiert wird, ist der Druck auf die inländischen Abbaustellen nicht so ausgeprägt wie bei Zement oder Hartstein.

Substitution und Recycling (Panel)

Substitution und Recycling


(a) Substitution aus industriellen Quellen


Neben natürlich vorkommendem Gips fällt Gips in einigen industriellen Prozessen als Nebenprodukt an. Durch die Nutzung solcher Quellen können natürliche Ressourcen geschont werden.
Auch bei importiertem Gips und Gipsprodukten spielt diese Substitution eine grosse Rolle.


Die wichtigste industrielle Quelle ist die Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken. Dabei entsteht sogenannter REA-Gips. Besonders in Deutschland spielt dieser Prozess eine bedeutende Rolle in der Gipsproduktion. Allerdings werden die Mengen an REA-Gips in Deutschland aufgrund des geplanten Ausstiegs aus der Kohleverstromung bis 2038 voraussichtlich versiegen.


In der Schweiz fällt aktuell wenig industrieller Gips an. In Zukunft könnte eine neue Quelle durch die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm entstehen. Mit den aktuell geplanten Anlagen können schätzungsweise 60'000 Tonnen mineralische Rückstände mit einem Anteil von ca. 55% Gips pro Jahr sowie weitere 13’000‒26’000 Tonnen reiner Gips als Nebenprodukte entstehen, was rund 10% des schweizerischen Verbrauchs entspricht. Aktuell laufen Diskussionen für die Verwendung dieses Gipses in der Zementindustrie. Ansonsten ist bisher eine Deponierung geplant.



(b) Substitution aus Recycling-Quellen


Gips ist aufgrund seiner Chemie ein kreislauffähiges Material. Er kann durch wiederholtes Brennen immer wieder in den Ausgangszustand zurückgeführt werden. Allerdings ist Gips im Bau oft gebunden oder eng mit anderen Baumaterialen verbunden, was eine spätere Trennung erschwert bis verunmöglicht.


In Form von Gipsplatten hingegen kann Gips relativ einfach aussortiert und dem Recycling zugeführt werden. Das Potenzial wird hier in der Schweiz auf rund 70'000 Tonnen Gips pro Jahr geschätzt. Aktuell werden in der Schweiz rund 6’000 Tonnen pro Jahr rezykliert, der Rest wird deponiert.

Bedienungselemente Tabliste

Gipsabbau unter Tage? (Panel)

Gipsabbau unter Tage?

Bestehende oder potenzielle Abbaustandorte stehen oft in Konflikt mit anderen Nutzungsinteressen. Im Zusammenhang mit dem Abbau von Gips bestehen die Interessenkonflikte insbesondere mit Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Lärmschutz, Wald, Bevölkerung sowie lokalen oder regionalen wirtschaftlichen Interessen wie Bau- und Gewerbezonen oder Tourismus.


Durch die Verlagerung von Abbauaktivitäten unter Tage können landschaftliche und weitere Auswirkungen minimiert werden. In der Schweiz gab es in der Vergangenheit verschiedene Abbaustellen unter Tage. Aktuell wird Gips in der Schweiz nur im Tagebau gewonnen ‒ dies vor allem aus Gründen der geologischen Lage der Gipsvorkommen, Hangstabilität und Wirtschaftlichkeit.


Da in der Schweiz der grössere Teil des verbrauchten Gipses importiert wird, ist der Druck auf die inländischen Abbaustellen nicht so ausgeprägt wie bei Zement oder Hartstein.

Substitution und Recycling (Panel)

Substitution und Recycling


(a) Substitution aus industriellen Quellen


Neben natürlich vorkommendem Gips fällt Gips in einigen industriellen Prozessen als Nebenprodukt an. Durch die Nutzung solcher Quellen können natürliche Ressourcen geschont werden.
Auch bei importiertem Gips und Gipsprodukten spielt diese Substitution eine grosse Rolle.


Die wichtigste industrielle Quelle ist die Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken. Dabei entsteht sogenannter REA-Gips. Besonders in Deutschland spielt dieser Prozess eine bedeutende Rolle in der Gipsproduktion. Allerdings werden die Mengen an REA-Gips in Deutschland aufgrund des geplanten Ausstiegs aus der Kohleverstromung bis 2038 voraussichtlich versiegen.


In der Schweiz fällt aktuell wenig industrieller Gips an. In Zukunft könnte eine neue Quelle durch die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm entstehen. Mit den aktuell geplanten Anlagen können schätzungsweise 60'000 Tonnen mineralische Rückstände mit einem Anteil von ca. 55% Gips pro Jahr sowie weitere 13’000‒26’000 Tonnen reiner Gips als Nebenprodukte entstehen, was rund 10% des schweizerischen Verbrauchs entspricht. Aktuell laufen Diskussionen für die Verwendung dieses Gipses in der Zementindustrie. Ansonsten ist bisher eine Deponierung geplant.



(b) Substitution aus Recycling-Quellen


Gips ist aufgrund seiner Chemie ein kreislauffähiges Material. Er kann durch wiederholtes Brennen immer wieder in den Ausgangszustand zurückgeführt werden. Allerdings ist Gips im Bau oft gebunden oder eng mit anderen Baumaterialen verbunden, was eine spätere Trennung erschwert bis verunmöglicht.


In Form von Gipsplatten hingegen kann Gips relativ einfach aussortiert und dem Recycling zugeführt werden. Das Potenzial wird hier in der Schweiz auf rund 70'000 Tonnen Gips pro Jahr geschätzt. Aktuell werden in der Schweiz rund 6’000 Tonnen pro Jahr rezykliert, der Rest wird deponiert.

Versorgungssituation

Die inländische Produktion von Gips auf den heutigen Produktionsraten ist langfristig gesichert. Bezüglich Importen ist die Schweiz abhängig von den Entwicklungen im nahen Ausland.

Von den vier bestehenden Gipssteinbrüchen in der Schweiz erfüllen drei die Voraussetzungen, um über das Jahr 2040 hinaus betrieben zu werden. Diese drei Steinbrüche liefern etwa 86% des in der Schweiz produzierten Gipses.


Bezüglich Importen zeichnen sich im nahen Ausland bevorstehende Veränderungen ab mit dem Ausstieg aus der Kohleenergie und dem damit zusammenhängenden Rückgang an REA-Gips. Inwieweit sich diese Entwicklungen auf die Schweiz auswirken werden, ist weiter zu verfolgen.


Um die inländische Produktion zu stärken und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schonen, soll das Recycling optimiert, die Substitution des Rohstoffs und der Gipsprodukte weiter vorangetrieben sowie neue Quellen wie Gips aus Phosphor-Recycling geprüft werden.

Datenherkunft

Der Verbrauch der Schweiz von Gips und Gipsprodukten und die dazugehörenden Materialflüsse wurden im Gips-Bericht 2025 anhand von Daten des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und Angaben aus der Industrie (Fixit AG, Rigips AG Schweiz) analysiert und modelliert.
Weitere Angaben zu den Quellen sind dem Gips-Bericht zu entnehmen.